festgefeiert

 

Es gibt: nichts was es nicht gibt, es gibt keine Reihenfolge, es gibt ständig jemanden der sagt er könne nicht mehr, er bekomme unmöglich noch einen Bissen hinunter, es gibt abwehrend fuchtelnde Hände, es gibt keine leeren Teller, es gibt ein Gebrüll und gibt plötzlich keine Musik mehr, es gibt eine Stille - doch es fällt kein Schuss.

Krieg fällt nicht einfach vom Himmel. Es beginnt nicht mit Panzern, mit Soldaten und Blut. Wir beginnen mit einem Fest!

Inspiriert von Sasa Stanisics Roman "Wie der Soldat das Grammofon repariert", untersuchen drei Künstlerinnen des Freiburger Cargo-Theaters in ihrer neuen Produktion "festgefeiert" unter anderem die Fragen, in welchen Gestalten sich Kriege und Konflikte ankündigen und wie es möglich sein kann, dass inmitten von Trümmern weiter Feste gefeiert werden.

Mit: Carla Wierer, Lubi Kimpanov, Ralf Reichard

Regie: Leon Wierer

 

Die Presse schrieb:

Rhein-Neckar Zeitung

"festgefeiert" zeigt auf ungewöhnliche und hinreißende Weise die ambivalente Bedeutung eines Festes in Zeiten des Krieges. Das atmosphärisch eindrucksvolle Inszenierung des Freiburger Cargo Theater versteht es, die Zuschauer zunächst in eine ausgelassene Feierstimmung zu versetzen, in die der Schrecken des Krieges einbricht, ohne dass dieser explizit gezeigt wird. Was mit Musik und Tanz beginnt, wird sukzessive von einer düsteren Stimmung überlagert.

Ein hinreißender Flamenco verwandelt sich mehr und mehr in Schussgewitter, aus Instrumenten werden Waffen. Voller Poesie verzaubern die Schauspieler ihre Zuschauer und überzeugen die Jurorinnen und Juroren durch eine gelungene Synthese von Musikalität, präziser Spielkunst und innovativen Einfällen. Ebenso überraschende wie verstörende Bilder entstehen, als beispielsweise die nackte Carla Wierer als Spanferkel geschlachtet werden soll oder Ralf Reichard ein mysteriöses Feuerwerk entzündet. Das Cargo Theater zeigt, was ein Bühnenspiel leisten kann: Es verlockt den Zuschauer, mit allen Sinnen zu genießen, und fordert ihn gleichzeitig auf, das Gesehene gründlich zu überdenken. (Mayely Müller und Lea Franz vom 10.11.2017)   


Badische Zeitung

"...blitzschnell wechseln die Erzählebenen: Eben noch berichtet ein Bräutigam von den Vorbereitungen auf seinen großen Tag, da folgt die prosaische Parodie einer schwäbischen Hochzeitsplanerin auf Teneriffa; es gibt irrwitzige Anektoden zwischen Wahrheit und Fiktion von Omas Beerdigung - und es ist die Rede von einem "der in die Waffen geht"... Wie ein Damoklesschwert schwebt über allem die anfängliche Ankündigung eines Endzeitfestes, das Leichenschmaus, Weihnachten und Silvester gleichermaßen werden soll. Da dämmert es einem langsam: Hier wird erzählt, wie der Krieg zum Fest kam.

Schon rauscht es bedrohlich aus dem Transistorradio, dann gibt es Stromausfall: Stockdunkel ist es im Zelt, aus dem Off schimpft ein Nachbar böse über die "Zigeuner",... Nun ist er da, der Krieg, mit traurigen Liedern, schwarzen Schatten und tropfender Wäsche in Notquartieren. Aber auch mit dem Mut weiterzumachen, zu singen, zu tanzen und zu erzählen. Die kleine bosnische Stadt Visegrad aus Sasa Stanisics Roman könnte in dieser Inszenierung überall sein, gestern, heute und morgen. Ein raffiniertes Konzept mit einer Überfülle an Ideen, toller Livemusik, viel Dynamik, Präsenz und komödiantischem Talent..." (Marion Klötzer vom 21.09.2016)

 

Preise/Auszeichnungen:

- Eingeladen auf das Internationale Kinder und Jugendtheater Festival "Schöne Aussicht" 2018 in   Stuttgart

- 1. Preis der Fach-Jury bei den Heidelberger Theatertagen 2017

- 1. Preis der Studierenden-Jury bei den Heidelberger Theatertagen 2017

Mehr Informationen:
» Festgefeiert_bei_den_Heidelberger_Theatertagen_Radiobeitrag_des_SWR.mp3
» Filmausschnitte

gefördert durch: Innovationsfonds Kunst Baden-Württemberg, Kulturamt Stadt Freiburg, Landesbank Baden-Württemberg

       

Downloads für Veranstalter:
festgefeiert_Presse_1.jpg
festgefeiert_Presse_2.jpg
festgefeiert_Presse_3.jpg
festgefeiert_Presse_4.jpg