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Ein Theaterstück von
R. Reichard, Ch. Suchy und S. Wiemers

In einem Archiv, in dem ungeliebte Erinnerungen abgegeben werden können, experimentieren zwei Wissenschaftler mit der Möglichkeit, diese Erinnerungen aufzunehmen, gluecklich3zu archivieren und anschließend aus den Köpfen der Probanden zu löschen. Doch der Löschvorgang läuft nicht einwandfrei. Der Fehlersuche auf der Spur, werden die Archivare mehr und mehr mit der Erinnerung an ihre eigene Vergangenheit konfrontiert....

Wie gehen wir mit unserer Geschichte und Geschichten um? Speziell die Erinnerung an den Nationalsozialismus löst die Frage aus, wie wir uns erinnern, und in welchem Verhältnis dieses Erinnern zum Vergessen steht: wie das, was geschehen ist, geschehen konnte, und was dies für uns heute bedeutet. Langsam und erst zögerlich begeben sich die beiden skurrilen Archivare auf den Weg, den Rätseln ihrer Vergangenheit zu begegnen und dem Sinn von Erinnerung nachzugehen...

Das Stück arbeitet auf zwei Ebenen: zum einen im Erinnerungsarchiv, in dem die Archivare über den Sinn und Nutzen des Erinnerns streiten und zum anderen in den Köpfen der Personen, die ihre Erinnerungen löschen wollen. Im rasanten Rollenwechsel werden die Erinnerungen dieser Personen auf der Bühne lebendig.

 

„Glücklich ist, wer vergisst... ist nach „Schräglage – Wasser bis zum Hals und „Die Gottesmaschine (die beide mit dem Theaterpreis der Stuttgarter Zeitung ausgezeichnet wurden) die dritte Abendproduktion des Cargo-Theaters, diesmal unter der Regie von Christian Suchy aus Wien.


 

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kompost

vom fruchtbaren Umgang mit Geschichte

Das menschliche Hirn wird häufig mit einem Computer verglichen - eine in mancherlei Hinsicht zweifelhafte Metapher. Im Unterschied dazu vergleicht der Gerontologe und Narrationsforscher W. Randall das Gedächtnis mit einem Komposthaufen. Diese Metapher würdigt das Prozesshafte, „organische, etwa wenn das Gedächtnis versagt oder wenn Erinnerungen sich im Laufe der Zeit allmählich verändern, zerfallen und - im Idealfall - zu Weisheit kompostieren: Potentiale für neues Leben. Gibt es Weisheit aus dem Nationalsozialismus zu gewinnen? Worin könnte das Fruchtbare dieser furchtbaren Erfahrung bestehen?
Dr. Stephan Marks

 

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schrieb zur Premiere...

„... Denn was das Cargo-Theater in spannungsgeladenen 90 Minuten mit kaum mehr als Körper und Worten entwickeln, ist minutiös austarierte Gefühlsakrobatik und nicht zuletzt eine genial inszenierte Gradwanderung über die Abgründe des Nationalsozialismus, fernab jeder moralinsauren Betroffenheitskultur...

Im fliegenden Wechsel und mit unglaublicher Verwandlungsfähigkeit geben Wiemers und Reichard ein Potpourri geplagter alter Männer....
jede dieser Figuren entwickelt dank fulminanter Schauspielerei eine ungeheure Präsenz, jede geht einem in ihrem ureigenen Gemisch aus Schuld und Schicksal unter die Haut. Und doch gelingt es dem
Cargo-Theater, die Schwere des Stoffs immer wieder über die Form zu brechen:
Das Lachen über clowneske Vesper-Rituale oder groteske Mimik-Entgleisungen ist hier kein pädagogisches Entlastungskonzept, sondern entspringt einer mitreißenden Spielfreude, schillernd changierend zwischen Witz und Tragik.
Und so ist gerade das vor praller Lebendigkeit berstende Körpertheater der beiden, das es schafft, einen ganz persönlichen Erinnerungsprozess fern der Stockstarre des offiziellen Gedenkens zu initiieren...

(Marion Klötzer am 27.09.05 in der Badischen Zeitung)

 

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Spiel:

Ralf Reichard / Stefan Wiemers

Regie & Mimographie:

Christian Suchy

Idee & Konzeption:

Margit Wierer

Bühne:

Christian Suchy / Ralf Reichard

Musik und Licht:

Christian Suchy

Wissenschaftl. Supervision:

Dr. Stephan Marks

Dramaturgische Mitarbeit:

Margit Wierer

Technik:

Olaf Reuter / Markus Tegtmeyer

Fotos:

Margit Wierer

Graphische Gestaltung:

Sabine Wiemers

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„Glücklich ist, wer vergisst... ist eine Koproduktion des Cargo-Theaters mit dem E.-Werk Freiburg und dem Gostnerhof Theater Nürnberg.